Verlust durch Trickbetrug kann nicht als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden 

Die 77 Jahre alte Klägerin erhielt von einem vermeintlichen Rechtsanwalt einen  Telefonanruf, der angab, ihre Tochter habe einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht.  Die deshalb drohende Untersuchungshaft könne durch Zahlung einer Kaution von  50.000 Euro vermieden werden. Die Klägerin hob daher diesen Betrag von ihrer Bank in  bar ab und übergab ihn einem Boten. Nachdem sie den…

Abzugsfähigkeit von Betriebsausgaben für „Incentive-Reisen“ von angestellten und freien Versicherungsvermittlern 

Lobt ein Versicherungsunternehmen gegenüber angestellten und freien Vermittlern im  Rahmen eines Vertriebswettbewerbs für das Erreichen bestimmter Vertriebsziele neben  den regulären Vergütungen touristisch ausgestaltete sog. Incentive-Reisen (inkl. Ausflüge, Stadtrundfahrten, Restaurantbesuche, Einkäufen mittels bereitgestellter  Gutscheine sowie Segeltörns) aus, so unterliegen die Aufwendungen nicht dem  Abzugsverbot nach § 4 Abs. 5 EStG (Az. 10 K 101/21).   Das beklagte Finanzamt…

Senkung der Körperschaftsteuersteuer ab 2028 

Am 18.07.2025 wurde das „Gesetz für ein steuerliches Investitionssofortprogramm zur  Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland“ im Bundesgesetzblatt (BGBl. 2025 Teil I Nr. 161) verkündet und ist seit 19.07.2025 in Kraft.  Unter anderem wird ab dem 01.01.2028 der Körperschaftsteuersatz von derzeit 15  Prozent in fünf Schritten um jeweils einen Prozentpunkt jährlich auf 10 Prozent im Jahr 2032 gesenkt…

Welche steuerlichen Pflichten gehen auf die Erben über? 

Nach einem Todesfall haben Angehörige nicht nur mit ihrer Trauer zu kämpfen – schon  bald danach fordert auch das Finanzamt die Erben mit wichtigen und mitunter schwierig zu erfüllenden Pflichten. War der Verstorbene Inhaber/Mitinhaber eines  gewerblichen oder freiberuflichen Betriebs, existiert zwar i. d. R. ein steuerlicher Berater, der bei den notwendigen Schritten Hilfestellung leisten kann, aber…

Umsatzsteuerbefreiung für die vertretungsweise Übernahme eines ärztlichen Notfalldienstes gegen Entgelt 

Im Streitfall war der Kläger selbstständiger Arzt in der Allgemeinmedizin. In den Jahren  2012 bis 2016 übernahm der Kläger, der mit der örtlich zuständigen Kassenärztlichen  Vereinigung eine Vereinbarung über die freiwillige Teilnahme am ärztlichen  Notfalldienst abgeschlossen hatte, als Vertreter für andere zum Notfalldienst eingeteilte Ärzte notfallärztliche „Sitz- und Fahrdienste“ in eigener Verantwortung.  Gegenüber den vertretenen Ärzten…

Berichtigung der Besteuerung von Handwerkerleistungen 

Ein selbstständiger Handwerksmeister baute in den Streitjahren 2012 und 2013  Heizungs-, Lüftungs- und Sanitäranlagen in vier Gebäuden des Bauträgers ein.  Zunächst wurde Umsatzsteuer ausgewiesen und abgeführt. Später jedoch geändert  abgerechnet unter Berufung auf das Reverse-Charge-Verfahren (gemäß § 13b Abs. 2 Nr. 4 Umsatzsteuergesetzes – UStG – alte Fassung), wonach der Leistungsempfänger  (hier: Bauträger) die Umsatzsteuer schuldet.…

Lohnsteuerpauschalierung bei Betriebsveranstaltungen mit beschränktem Teilnehmerkreis

Im Jahr 2015 veranstaltete die Klägerin (und spätere Revisionsklägerin) in eigenen  Räumlichkeiten eine Weihnachtsfeier für rund 8.000 Euro, zu der nur die  Vorstandsmitglieder eingeladen waren. Darüber hinaus richtete sie im selben Jahr eine  Weihnachtsfeier für Mitarbeiter für rund 168.500 Euro aus, die zum sog. oberen  Führungskreis bzw. Konzernführungskreis gehörten. Dabei handelte es sich um  Mitarbeiter,…

550.000 Euro beim Online-Poker in der Variante „Pot Limit Omaha“ gewonnen: Einkünfte aus Gewerbebetrieb? 

Ein Student spielte zwischen 2008 und 2013 regelmäßig Online-Poker (Pot Limit  Omaha) mit einem Zeitaufwand von 15-25 Stunden wöchentlich und erzielte nach  Schätzung des Finanzamts jährlich 80.000 bis 550.000 Euro. Nach einer Betriebsprüfung setzte das Finanzamt Einkommensteuer in Höhe von rund 230.000 Euro fest. Der Kläger wandte ein, kein gewerblicher Pokerspieler zu sein, blieb damit…