Finanzamt muss Inhalte anonymer Anzeigen nicht offenlegen 

Der Bundesfinanzhof entschied, dass ein Steuerpflichtiger im Regelfall keinen Anspruch auf Preisgabe einer anonym beim Finanzamt eingegangenen Anzeige hat, die ihm  steuerliches Fehlverhalten vorwirft (Az. IX R 25/24).  Im Streitfall nahm das beklagte Finanzamt eine anonyme Anzeige zum Anlass, um bei  der Klägerin, die einen Gastronomiebetrieb führte, eine sog. Kassen-Nachschau  durchzuführen. Ein steuerstrafrechtliches Fehlverhalten wurde…

Verträge zwischen nahen Angehörigen: Wann das Finanzamt mitspielt 

Verträge innerhalb der Familie sind steuerlich heikel. Anders als bei Fremden fehlt oft  der natürliche Interessengegensatz. Deshalb prüft die Finanzverwaltung genau, ob  Vereinbarungen mit Eltern, Kindern oder Ehepartnern steuerlich anzuerkennen sind. Grundsätzlich gilt: Nur wenn der Vertrag zivilrechtlich wirksam, fremdüblich gestaltet  und tatsächlich durchgeführt wird, entfaltet er steuerliche Wirkung. Mündliche  Absprachen genügen nicht, klare Schriftform schafft…

Voraussetzungen von § 20 Abs. 4a Satz 3 EStG-Verlustmodell unzulässig 

Der Bundesfinanzhof hat in drei Urteilen zu den Voraussetzungen von § 20 Abs. 4a Satz 3 des Einkommensteuergesetzes (EStG) entschieden und damit das Steuermodell  mit Indexanleihen und Teilschuldverschreibungen gestoppt.   Die Richter des Bundesfinanzhofs stellten klar, wann § 20 Abs. 4a Satz 3 EStG nicht  greift. Damit setzten sie der gezielten Steuervermeidung enge Grenzen. Den drei  Verfahren…

Steuerhinterziehungsbekämpfung: Datenpaket-Auswertung zu Krypto-Geschäften 

Gewinne aus der Veräußerung von Kryptowerten im Privatvermögen (z. B. Ether und  Bitcoin) sind innerhalb der einjährigen Veräußerungsfrist steuerpflichtig und in der  Einkommensteuererklärung anzugeben. Auch Tätigkeiten wie Mining, Forging, Staking  oder Lending im Zusammenhang mit Kryptowerten im Privatvermögen müssen  angegeben werden.  Das Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität (LBF NRW) verschärft seine  Maßnahmen gegen Steuerhinterziehung im…

Kryptowerte 2025 für Privatanleger – ein genauerer Blick auf das BMF-Schreiben vom März 2025 

Grundsätzlich: Mit Schreiben vom 06.03.2025 hat das Bundesministerium der Finanzen (BMF) die ertragsteuerliche Behandlung von Kryptowerten neu gefasst und die Fassung von 2022 ersetzt. Der Begriff „Kryptowerte“ dient nun als Oberbegriff; das Schreiben ist für Praxis und Deklaration maßgeblich. Für private Anleger bleiben Kryptowerte  regelmäßig immaterielle Wirtschaftsgüter; Veräußerungsgewinne sind – bei Einhaltung  der Haltefrist – als…

Bundeskabinett beschließt Zweites Betriebsrentenstärkungsgesetz 

Das Bundeskabinett hat am 03.09.2025 den Entwurf des Zweiten Betriebsrentenstärkungsgesetzes beschlossen. Das Gesetz soll die betriebliche  Altersversorgung als zweite Säule neben der gesetzlichen Rente festigen und breiter  etablieren.  Im Jahr 2018 wurden durch das Betriebsrentenstärkungsgesetz neue steuerliche Anreize für Geringverdiener sowie eine neue tarifliche Form der Betriebsrente, das  Sozialpartnermodell, eingeführt. Diese Maßnahmen sollen nun weiter ausgebaut  werden,…

Regierungsentwurf des Steueränderungsgesetzes 2025 beschlossen 

Das Bundeskabinett hat am 10.09.2025 den Regierungsentwurf (RegE) des Steueränderungsgesetzes 2025 beschlossen. Am 12.09.2025 wurde er dem Bundesrat zugeleitet und veröffentlicht. Ein Auszug wesentlicher Änderungen:  Die Entfernungspauschale soll zum 01.01.2026 einheitlich auf 38 Cent ab dem ersten gefahrenen Kilometer erhöht werden. Bisher galt dieser Satz erst ab dem 21. Kilometer.  Mit der Aufhebung der zeitlichen Befristung der Mobilitätsprämie sollen Steuerpflichtige mit geringeren Einkünften auch nach 2026 weiterhin die Mobilitätsprämie…

Pauschalabfindung für den Verzicht auf nacheheliche Ansprüche stellt steuerpflichtige Schenkung dar 

Der Kläger vereinbarte vor der Eheschließung mit seiner späteren Ehefrau in einem  notariell beurkundeten Ehevertrag den Ausschluss des Zugewinnausgleichs, des  Versorgungsausgleichs sowie wechselseitigen Verzicht auf nachehelichen Unterhalt und Hausratsteilung. Er verpflichtete sich in dem Vertrag, seiner Ehefrau für die  Vereinbarungen zum Güterstand 1 Mio. Euro, für den Verzicht auf nachehelichen  Unterhalt 4,5 Mio. Euro und…

Umsatzsteuerliche Behandlung von Online-Veranstaltungsdienstleistungen 

Das Bundesfinanzministerium hat mit Schreiben vom 08.08.2025 die umsatzsteuerliche Behandlung von Online-Veranstaltungen neu geregelt und sein vorheriges Schreiben  vom 29.04.2024 aufgehoben (Az. III C 3 – S 7117-j/00008/006/043).  Abrufbare digitale Aufzeichnungen gelten als elektronisch erbrachte Leistungen (§ 3a Abs. 5 UStG). Weder Steuerbefreiung (§ 4 Nr. 20 UStG) noch ermäßigter  Steuersatz sind möglich.  Echtzeitübertragungen von Veranstaltungen…

Bundesfinanzhof entschied zu Anforderungen an eine Rechnung

Der Bundesfinanzhof stellte klar, dass schon ein Dokument mit Aussteller, Empfänger,  Leistungsbeschreibung, Entgelt und gesondertem Umsatzsteuer-Ausweis eine  „Rechnung“ sein kann, auch wenn tatsächlich keine eigene Leistung abgerechnet wird. Weist ein bloßes Zahlungspapier offen Umsatzsteuer aus und erweckt damit den  Eindruck einer Leistungsabrechnung, kann es als „Rechnung“ gem. § 14c Abs. 2 UStG  gelten – mit…