Finanzamt muss Bescheide bei umfassender Empfangsvollmacht an den Steuerberater zustellen 

Der Steuerberater des Klägers hatte dem Finanzamt (unter Angabe der persönlichen Steuernummern des Klägers) auf elektronischem Wege eine Vollmacht zur Vertretung  in Steuersachen nach amtlich vorgeschriebenem Muster übermittelt. Die Vollmacht lautete auf eine Vertretung in allen steuerlichen und sonstigen Angelegenheiten und  erstreckte sich auch auf die Entgegennahme von Steuerbescheiden und sonstigen Verwaltungsakten. Einschränkungen in Bezug auf bestimmte steuerliche Angelegenheiten…

Lebenslanges Wohnungsrecht erhöht die grunderwerbsteuerliche Gegenleistung 

Der Bundesfinanzhof entschied in einem aktuellen Urteil: Übernimmt der Käufer eines  Grundstücks ein persönliches Wohnungsrecht, erhöht sich die Bemessungsgrundlage  für die Grunderwerbsteuer um den kapitalisierten Wert des Wohnungsrechts. Bei dem  persönlichen Wohnungsrecht handelt es sich nicht um eine dauernde Last im Sinne des Grunderwerbsteuergesetzes (Az. II R 32/22).   Die Entscheidung betrifft eine Rechtslage, wie sie…

Pflicht zur Ausstellung von E-Rechnungen: erste Übergangsphase noch bis 31.12.2026 

Der B2B-Bereich (Business-to-Business) beschreibt die Geschäftsbeziehungen zwischen  zwei oder mehr Unternehmen. Seit dem 01.01.2025 besteht die grundsätzliche Verpflichtung, bei Vorliegen der Voraussetzungen im B2B-Bereich Rechnungen in einem strukturierten elektronischen Format zu erstellen und zu versenden. Nach einem Jahr ist es nun Zeit für ein Zwischenfazit zur Umsetzung in der Praxis.    Die Pflicht, E-Rechnungen empfangen zu können, besteht…

Einkünfte aus dem Krypto-Lending von Bitcoins unterliegen nicht der pauschalen Abgeltungsteuer – Revisionsverfahren vor dem  Bundesfinanzhof 

Im konkreten Fall erzielte der Kläger im Streitjahr 2020 Einkünfte aus dem Krypto- Lending in Form von Bitcoins. D. h., er stellte seine Bitcoins für einen bestimmten Zeitraum anderen Nutzern darlehensweise zur Verfügung und erhielt hierfür eine zuvor  festgelegte Vergütung. Das beklagte Finanzamt behandelte diese Vergütung als sonstige Einkünfte gemäß § 22 Nr. 3 des Einkommensteuergesetzes und…

Verluste aus Kapitalvermögen: Was Anleger zur Verlustverrechnung wissen sollten! 

Die steuerliche Behandlung von Kapitalverlusten ist komplex. Während die Verlustverrechnung bei Termingeschäften und wertlosen Kapitalanlagen wieder großzügiger möglich ist, bleibt die strikte Trennung bei Aktienverlusten bestehen. Entscheidend sind der richtige Zeitpunkt der Verlustrealisierung und die frühzeitige  Beantragung von Verlustbescheinigungen.  Verluste aus Kapitalvermögen sind steuerlich grundsätzlich berücksichtigungsfähig –  allerdings nicht schrankenlos. Seit Einführung der Abgeltungsteuer gilt ein eigenständiger Verlustverrechnungskreis: Verluste…

Vergütungen aus Genussrechten von Arbeitnehmern können als Kapitaleinkünfte besteuert werden 

Wenn ein Arbeitnehmer bei seinem Arbeitgeber Genussrechte kauft, ist es wichtig, ob  die Mitarbeiterbeteiligung gewisse Kriterien erfüllt, denn dann können Erträge als Kapitaleinkünfte und nicht als Arbeitslohn besteuert werden. Genussrechte sind eine  besondere Form der Unternehmensfinanzierung und gehören zum sog. Mezzanine- Kapital. Mezzanine-Kapital ist eine Mischung aus Eigenkapital (wie bei Gesellschaftern) und Fremdkapital (wie bei normalen…

Kürzere Abschreibung bei Immobilien: Mehr Klarheit zur Nutzungsdauer 

Ob sich der Streit mit dem Finanzamt über eine verkürzte Nutzungsdauer einer Immobilie lohnt, hängt stark vom Einzelfall ab. Bei älteren, wenig modernisierten Mietobjekten kann eine deutlich höhere AfA zu erheblichen Liquiditätsvorteilen führen.  Dem stehen die Kosten für ein Gutachten und der Prüfungsaufwand gegenüber.  Bei der Abschreibung von Gebäuden gilt grundsätzlich die typisierte Nutzungsdauer  des § 7…

Bundeskabinett beschließt neuen Mindesthebesatz für Gewerbesteuer 

Am 14.01.2026 hat das Bundeskabinett beschlossen, den gesetzlichen Mindesthebesatz für die Gewerbesteuer anzuheben, um steuerlich motivierte Standortverlagerungen von Unternehmen in Gemeinden mit besonders niedrigen Hebesätzen einzudämmen    Diese steuerliche Maßnahme ist im Entwurf eines „Neunten Gesetzes zur Änderung des  Steuerberatungsgesetzes und zur Änderung weiterer steuerrechtlicher Vorschriften“ enthalten und sieht vor, dass der Mindesthebesatz künftig von 200…

Agrardiesel-Subvention ab 01.01.2026 

Betriebe der Land- und Forstwirtschaft bekommen ab 01.01.2026 wieder Zuschüsse für  den Einsatz von Diesel-Kraftstoff. Künftig können sich land- und forstwirtschaftliche Betriebe wieder 21,48 Cent pro Liter von der Energiesteuer für Diesel erstatten lassen.  Die Steuerentlastung erfolgt im Rahmen eines nachgelagerten Entlastungsverfahrens.  Die landwirtschaftlichen Betriebe müssen einen Antrag stellen, die Steuererstattung  erfolgt dann in der Regel…