Aufwendungen für Anmietung eines Pkw-Stellplatzes als Werbungskosten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung abziehbar 

Der mit seiner Hauptwohnung in Niedersachsen ansässige Kläger unterhielt in Hamburg aus beruflichem Anlass eine angemietete Zweitwohnung. Die monatliche Wohnungsmiete inklusive Nebenkosten lag über dem Betrag von 1.000 Euro, den das Finanzamt als Höchstbetrag für die Unterkunftskosten und somit Werbungskosten anerkennt (§ 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 Satz 4 EStG). Daneben mietete der Kläger einen Stellplatz in Höhe…

Gutscheine und Sachbezüge für Arbeitnehmer – aktuelle steuerliche Anforderungen 

Geldleistung oder Sachbezug    Nach § 8 EStG gilt: Geldleistungen sind steuerpflichtig, wenn der Arbeitnehmer über einen Geldbetrag verfügen kann. Dazu zählen:   –  zweckgebundene Geldzahlungen,  –   nachträgliche Kostenerstattungen,  –   geldähnliche Vorteile („Geldsurrogate“),  –   sog. Geldgutscheine.  Beispiel: Erstattet der Arbeitgeber einen vom Arbeitnehmer gekauften Gutschein, liegt  steuerpflichtiger Barlohn vor.  Ein Gutschein ist nur dann steuerfrei als Sachbezug…

Kosten eines Auslandsstudiums keine außergewöhnlichen Belastungen 

Das Recht auf Teilhabe am staatlichen Studienangebot begründet auch in Fällen zulassungsbeschränkter Studiengänge keinen Anspruch auf Berücksichtigung von Kosten eines Auslandsstudiums als außergewöhnliche Belastungen. So entschied das  Finanzgericht Düsseldorf (Az. 14 K 1459/24 E).  Ein Ehepaar wollte die Kosten für das Medizinstudium ihrer Tochter in Kroatien als außergewöhnliche Belastung steuerlich absetzen. Die Tochter hatte in Deutschland keinen Studienplatz erhalten…

Verdeckte Gewinnausschüttung bei Abfindung einer Pensionszusage 

Verzichtet der beherrschende Gesellschafter einer GmbH vor Eintritt des Versorgungsfalls auf seine Ansprüche aus einer Pensionszusage und erhält er hierfür  eine Abfindung von der Gesellschaft, liegt hierin keine verdeckte Gewinnausschüttung (vGA), wenn die Pensionszusage aus betrieblichen Gründen abgefunden wird.  Der Bundesfinanzhof hat sich mit diesem Beschluss einerseits von seiner früheren  Rechtsprechung abgegrenzt und andererseits das Urteil…

Kassengesetz – Befragung macht bürokratische Lasten deutlich 

Laut Koalitionsvertrag soll das sog. Kassengesetz mit seinen vielfältigen Pflichten  evaluiert werden. Ziel der IHK-Befragung war u. a., mehr über die in der Praxis  auftretenden Probleme und Belastungen zu erfahren. Dabei wurde deutlich: Die  verschärften Vorgaben zur Kassenführung belasten die Unternehmen erheblich: Teure  Nachrüstungen der Kassensysteme, Berge von oft unerwünscht ausgegebenen Belegen und unangekündigte Kontrollen…

Fristversäumnis durch längere Postlaufzeit: Keine Wiedereinsetzung bei verspäteter Zustellung 

Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main entschied, dass  eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand nicht gewährt  wird, wenn ein fristgebundener Schriftsatz verspätet eingeht und der Absender sich auf eine Zustellung am nächsten  Werktag verlässt. Hintergrund ist die Postrechtsreform 2024, die längere Beförderungszeiten vorsieht. Wer auf einen  Eingang am nächsten Werktag vertraut, riskiere den  Fristablauf, so die…

Einheitlicher Zahlungsempfänger in Thüringen und Bayern ab Oktober 2025 verbindlich 

Das Thüringer Finanzministerium und das Bayerische Landesamt für Steuern (BayLfSt)  machen darauf aufmerksam, dass künftig für alle Überweisungen an sämtliche  Finanzämter in Thüringen und Bayern der einheitliche Empfängername „Freistaat  Thüringen“ bzw. „Freistaat Bayern“ gilt. Die bisherige Praxis, einzelne Behörden wie z.B. das Finanzamt oder Ministerien als Empfänger zu benennen, entfällt künftig vollständig. Hintergrund Ab dem…

Schätzung bei ordnungswidriger Kassenführung – Amtliche Richtsatzsammlung des BMF auf dem Prüfstand 

Weil eine Diskothek kein Restaurant ist, kann bei der Schätzung der Getränkeumsätze  einer Diskothek nicht auf die Rohgewinnaufschlagsätze der amtlichen  Richtsatzsammlung des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) für  Gastronomiebetriebe zurückgegriffen werden. Das entschied der Bundesfinanzhof in  Bezug auf eine Diskothek, bei der die Kassen für die Getränkeumsätze nicht  ordnungsgemäß geführt worden waren. Zudem äußerte der Bundesfinanzhof erhebliche…

Außenprüfung: E-Mails als vorzulegende Handels- und Geschäftsbriefe 

Der Bundesfinanzhof entschied, dass E-Mails mit Steuerbezug den Außenprüfern des  Finanzamts als „Handels- und Geschäftsbriefe“ vorgelegt werden müssen, nicht jedoch  ein extra zu erstellendes Gesamtjournal der Korrespondenz. Handels- und  Geschäftsbriefe im Sinne von § 147 Abs. 1 Nr. 2 und Nr. 3 AO können auch E-Mails sein. (Digitale) Unterlagen über Konzernverrechnungspreise unterfallen dem  Anwendungsbereich des…